Neue Kollektion 2026: Wenn Neith das Gewebe der Welt webt
Im alten Ägypten gab es eine Göttin, die älter war als die meisten anderen. Älter als Isis, älter als Hathor. Sie hieß Neith — und ihr Werk war nichts Geringeres als das Gewebe der Welt. Aus ihren Händen kamen Wasser, Licht, der erste Faden. Sie war die Weberin, bevor das Weben einen Namen hatte.
Ein schöner Name für ein Garn. Und ein Anspruch, dem es gerecht werden muss.

Ein altes Garn in neuem Licht
Viele von euch haben gefragt: „Kommt Neith dieses Jahr wieder?" Ja. Und ja, sie war es wert, auf sie zu warten.
Neith ist bei uns kein Neuling. Diese mercerisierte, gasierte Baumwolle färbe ich seit Jahren — und jedes Jahr kommt sie mit einem anderen Gesicht zurück. Das ist das Schöne am Handfärben: Die Faser bleibt dieselbe, aber was sie trägt, ist nie zweimal gleich. Jeder Frühling schreibt eine neue Geschichte auf dasselbe Papier.
Wenn du Neith noch nicht kennst: Es ist ein Garn, das man nicht so schnell wieder vergisst. Mercerisiert und gasiert — zwei alte Veredelungen, die der Baumwolle einen seidigen Glanz und eine kühle, klare Glätte schenken. Die Farbe liegt darauf wie auf gutem Papier: tief, ruhig, mit Leuchtkraft von innen. Nichts staubig. Nichts brav. In den Maschen beginnt Neith zu strahlen — und feine Lochmuster, leichte Oberteile, fließende Tücher zeigen, was in ihr steckt.
50 g, ca. 125 m, Nadelstärke 2,5–3,5 mm. Ein Sommergarn im besten Sinne.
Die Kollektion 2026 — vier Farben aus dem alten Ägypten
In diesem Jahr habe ich Neith eine Welt gegeben, die zu ihrem Namen passt. Vier Farben, vier Geschichten — und zwischen ihnen ein leiser roter Faden: drei Göttinnen und zwei ihrer Insignien. Ein kleines Pantheon in Garn.
Wer alle vier nebeneinander legt, sieht es sofort: Die Kollektion umarmt die ganze Palette des alten Ägyptens. Kühles Wasser und Wüstensand. Tinte und Türkis. Patina und Sonnenglut. Du kannst dir eine Farbe aussuchen — oder sie miteinander stricken lassen. Sie gehören zusammen.
Skarabäus
Heller, fast eisiger Untergrund, Sprenkel in tiefem Türkis und Tintenschwarz. Der heilige Skarabäus war für die alten Ägypter das Zeichen für Aufgang, Wiederkehr, die Bewegung der Sonne durch die Welt. Sein Panzer schillerte in genau diesen Tönen — kühl, klar, mit Tiefe. Eine Farbe wie Tusche, die ins Wasser fällt. Grafisch, wach, voller Spannung.
Usech
Cremig-heller Grund, Himmelblau und kleine Funken in tiefem Rot. Usech hießen jene breiten Brustkragen, die Pharaonen und Göttinnen über dem Herzen trugen — Reihen aus Türkis, Karneol und Gold, ein Schmuck der Götter. Diese Farbe trägt das Echo davon: das Blau des Himmels, das Rot des Karneols, dazwischen das Leuchten der hellen Basis. Festlich, ohne laut zu sein.
Uadjet

Fast weißer Untergrund, eine feine Streuung aus patinagrünen, hell blauen und ockerfarbenen Sprenkeln. Uadjet war die Schlangengöttin, die Schützerin Unterägyptens — und ihr Auge, das berühmte Udjat-Auge, gilt bis heute als Zeichen für Heilung und Wholeness. Die Farbe ist still und voller Details, wie eine alte Bronzeoberfläche, auf der die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat. Ein Garn, das nicht ruft, sondern wartet, bis man genauer hinsieht. Dann erzählt es alles.
Sachmet
Warmer Sandton mit dunklen, ockerfarbenen Strichen — wie das Fell einer Löwin. Sachmet war die Löwengöttin, Tochter des Sonnengottes Ra, Verkörperung der Mittagshitze und der schieren Kraft. Wer ihre Farbe in der Hand hält, spürt die Wüste: trocken, golden, voller Licht. Diese Färbung erdet die Kollektion. Sie ist die Sonne unter den vieren.
Drei Göttinnen, zwei Insignien
Wenn dir auffällt, dass Neith, Uadjet und Sachmet alle drei Göttinnen sind — ja, das ist Absicht. Skarabäus und Usech sind die Insignien zwischen ihnen: das Zeichen der Wiedergeburt und der Schmuck der Macht. So liest sich die Kollektion wie ein kleines Gewebe für sich: Göttin — Symbol — Göttin — Symbol — Göttin.
Vielleicht ist das ein bisschen viel für ein paar Stränge Garn. Vielleicht aber auch genau richtig. Wer strickt, weiß: Es geht nie nur um Maschen.
Wo du Neith findest
Die Kollektion 2026 ist ab sofort online im Shop und im Laden am Michel zu haben. Wenn du in Hamburg bist, komm vorbei — Neith ist ein Garn, das man wirklich in der Hand halten muss. Der Glanz, die Glätte, das Spiel der Sprenkel im Licht: Auf einem Bildschirm bekommt man davon nur eine Ahnung.
Und wenn nicht: Im Onlineshop findest du alle vier Farben, jede einzeln beschrieben, mit Fotos von verschiedenen Seiten.
Zur Kollektion Neith 2026 im Onlineshop
Wer Neith strickt, strickt nicht einfach. Sie webt — wie die Göttin, deren Namen das Garn trägt.


