Hathor – der Morgen nach Ras Nacht

Der sechste Farbton der Neith-Kollektion von Wolle am Michel

Nach dem reinen Feuer des Ra wird es nun still.

Hathor ist der leiseste, poetischste Farbton der ganzen Neith-Kollektion. Ein weiches Türkisblau mit einem grauen Unterton – verstaubt, nicht grell, edel. Und am unteren Rand der Stränge ein zartes Pfirsichrosa, das in einem einzigen Strang auf das kühle Türkis trifft. Es ist die Morgendämmerung über dem Wasser: die Kühle der Nacht hält sich noch im Blau, während die erste Sonne den Himmelsrand schon rosa färbt.

Auf dem ersten Bild liegt das Garn auf gezeichneten Lotusblüten – und das ist kein Zufall. Der blaue Lotus war den Ägyptern heilig: Er schließt sich nachts und öffnet sich mit der Sonne neu, ein Symbol für die Geburt des Lichts. Genau diese Farben trägt er – das Türkis der Blüte, das cremig-rosa Herz.

Ein Farbton, der sich anders verhält

Hathor ist kein Speckled-Farbton wie die übrigen der Linie, sondern ein Semi-Split: Die Farben gehen in großen Blöcken über die Länge des Strangs ineinander über, statt als Punkte verteilt zu sein. Beim Stricken entstehen daraus weiche, verwaschene Farbfelder – fast ein aquarellartiger Verlauf.

Wie das aussieht, zeigt das Sommertop: Die Bluetöne fließen sanft ineinander, ohne harte Kanten, und die Lochmuster-Passe fängt das Licht. Genau dafür ist dieser Farbton gemacht – leichte Sommertücher mit Übergängen, Tops mit natürlichem Fade, Accessoires und Lochmuster. Bei größeren Projekten lohnt es sich, zwei Stränge im Wechsel zu stricken – so verteilen sich die Farbblöcke gleichmäßiger.

Wer war Hathor?

Hathor war eine der beliebtesten Göttinnen des alten Ägypten: Göttin des Himmels, der Liebe, der Mutterschaft, der Musik, des Tanzes und der Morgenröte. Ihr Beiname war „Herrin des Türkises" – ihr Tempel auf dem Sinai stand bei den Türkisminen, deren Abbau sie beschützte.

Ihr Schmuck verband Türkis – ihren Stein – mit warmen Tönen: Gold, Karneol, Rosenquarz. Dieser Farbton wirkt, als wäre er direkt von ihrer Halskette gefallen: das kühle Türkis des Himmels und das warme Rosa des Morgens.

Zwei Töchter des Sonnengottes

Hathor ist die zweite Tochter des Ra in dieser Kollektion – neben Sachmet. Und zwischen den beiden liegt einer der dramatischsten Mythen Ägyptens.

Im Zorn schickt Ra sein Auge – die Göttin Sachmet – um die Menschen zu strafen. In ihrer löwenhaften Wut kann Sachmet nicht aufhören. Um sie zu besänftigen, lässt Ra Ströme von rotem Bier ausgießen, das aussieht wie Blut. Sachmet trinkt, schläft ein – und erwacht verwandelt: aus der rasenden Löwin ist Hathor geworden, die sanfte Göttin der Liebe.

Sachmet und Hathor sind zwei Seiten derselben Gottheit. Feuer und Zärtlichkeit. Zorn und Liebe. Löwin und Kuh. Sonnenuntergang und Morgenröte.

So steht in der Kollektion nun eine ganze Sonnen-Triade:

  • Ra – der Vater, die Sonne selbst, das Zentrum
  • Sachmet – sein zorniges Auge, die Löwin der Mittagsglut
  • Hathor – seine liebende Tochter, Herrin des Türkises, die Morgenröte

Produktdetails:

  • 100 % Baumwolle, gasiert + mercerisiert
  • 50 g / ca. 125 m
  • Nadelstärke 2,5–3,5 mm
  • Handgefärbt in Hamburg – jeder Strang ein Unikat

Hathor. Der Morgen nach Ras Nacht. 

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